Andere Wesen
Let me rest in peace
Let me get some sleep
Let me take my love and bury it
In a hole 6-foot deep
I can lay my body down
But I can’t find my sweet release
So let me rest in peace
Spike in der Musical-Folge von “Buffy The Vampire Slayer”
Die Kinder der Nacht leben in einer Welt der Dunkelheit. Und in dieser sind sie keineswegs die einzigen (noch die Grauen erregendsten) Schrecken. Aus den Ritzen der Vorstellungskraft, aus lichtlosen Abgründen, aus der Tiefe von Seen, im lichtlosen Land der Kanäle und vergessenen Bunker, hinter den von Efeu überwucherten Mauern verfallender Häuser, in den ziegelsteinernen Industrieruinen, aus der Finsternis der Seitengasse, selbst unter dem eigenen Bett hervor kriechen in dieser Welt die ungenannten Schrecken.
Die Kinder der Nacht wissen, dass sie nicht alleine sind. Aber sie wissen ebenso wenig wie die noch viel blinderen Menschen die Spuke und Alpe und die sehr realen Monster zu fassen, die am Rand der Nacht hausen.
Da die Vampire sich mehr als die Menschen an jenen Orten der Dunkelheit, des Verfalls und des Vergessens aufhalten, haben diese auch häufiger als die Menschen Begegnungen. Erlebnisse. Manchmal nur eine Ahnung, beobachtet zu werden aus hungrigen Augen, manchmal nur ein Schemen, der normalen Sinnen verborgen bliebe.
Die Kinder der Nacht erzählen sich von Werwölfen, die in den nebelverhangenen Wäldern hausen. Sie erzählen sich vom fremdartigen Volk der Upierczi, die des Tages unter den Menschen wandeln und doch deren Blut jagen wie die Vampire. Sie wissen von Menschen, die über alte Kräfte gebieten, wissen von Orakeln zu sagen, welche wahrhaft die Zukunft sehen, oder von Hexern, deren Zauber einen Vampir in Bann schlagen können. Sie flüstern von Geistern und Dämonen, die sie heimsuchen, und einige jener wenigen, die bereits eine längere Zeit in Starre verbracht haben, behaupten, Dinge gesehen und erkannt zu haben, die sie nie zu sehen bestimmt waren.
Es wäre gewiss falsch zu sagen, dass die Vampire auf allnächtlicher Basis Zwiesprache mit Schemen halten oder auch nur einen einzigen Werwolf bislang selbst gesehen hätten. Aber die Kinder der Nacht sind sich des Umstandes bewusst, in einer Welt voller unbekannter Schrecken zu leben, von denen sie nur einer sind, und sie sind vorsichtig genug, auf die Gerüchte über unheimliche Vorgänge und Präsenzen zumindest so weit zu hören, dass sie von jenen Orten fern bleiben, die auch ihnen einen Schauer den Rücken hinab jagen.
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